Allgemeine Psychopathologie by Karl Jaspers

By Karl Jaspers

In dieser Einfuhrung soll der offene Raum vergegenwartigt werden, in dem die psychopathologische Erkenntnis sich bewegt. Es wird hier nicht der feste Grund gelegt, auf dem das C' baude zu errichten ware; denn der jeweils eigentumliche Grund wird in jedem Kapitel gelegt. Es werden auch noch nicht Erfahrungen berichtet, sondern Erorterungen uber die Weisen der Erfahrungen und uber den Sinn der allgemeinen Psychopathologie versucht. I. Abgrf. \nzung der allgemeinen Psychopathologie. a) l)s .chiatrie als praktischer Beruf und Psychopathologie als Wissen schaft. Im praktischen psychiatrischen Berufe handelt es sich immer um den einzelnen ganzen Menschen; sei es, dass dieser dem Psychiater zur Obhut, zur Pflege oder zur Heilung anvertraut ist, sei es, dass er vor Gericht, vor anderen Behorden, vor der Geschichtswissenschaft uber eine Personlichkeit ein Gutachten abgibt, sei es, dass ihn der Kranke in der Sprechstunde um Rat fragt. Wahrend seine Arbeit es hier ganz mit einem individuellen Fall zu tun hat, sucht der Psychiater, um den in solchen Einzelfallen au ihn herantretenden Forderungen gewachsen zu sein, als Psychopathologe nach allgemeinen Begriffen und Regeln. Ist der Psychiater im praktischen Berufe eine lebendige, erfassende und wirkende Personlich keit, der die Wissenschaft nur eines ihrer Hilfsmittel ist, so ist dagegen rlem Psychopathotogen diese Wissenschaft selbst Zweck. Er will nur kennen und erkennen, charakterisieren und analysieren, aber nicht einzelne . Menschen, sondern das Allgemeine. Er fragt nicht mehr nach d

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Pharmacological and psychosocial treatments in schizophrenia

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Was sind die Befunde, von denen ausgegangen wird oder die erreicht werden? Wie wird gedeutet, was wird hinzugedacht? Was muG ich als Erfahrung vollziehen, um dem Gedanken sinnvoll foigen zu konnen? - Gegeniiber erfahrungsarmen Gedanken ist zu fragen, ob sie als leer zu verwerfen sind. Es ist zu fordern, daB Gedanken neue Befunde ermoglichen oder gegebene Befunde pragnanter vor Augen stellen oder ergiebiger in Zusammenhange bringen: Man soli sich moglichst wenig Zeit rauben lassen durch Behelligung mit gegenstandslosen Gedankenqualereien und spielerischen Entwiirfen.

Bb) Was in der Phanomenologie vergegenwartigt wird, wissen wir nur indirekt aus Selbstschilderungen der Kranken, die wir nach Analogie unserer eigenen Erlebnisweisen auffassen. Diese Erscheinungen heiBen 81Jhjektive im Gegensatz zu den objektiven, welche direkt in ihrem Dasein aufgezeigt werden. Die objektiven Erscheinungen nehmen wir wahr, aber auf grundsatzlich mehrfache Weise: als somatische Begleiterscheinungen, z. B. PuIsfrequenz bei Erregung, Pupillenerweiterung bei Angst; al8 Ausdruck, z.

Wir haben uns daher beim Studium der Arbeiten wie bei eigener Forschung stets zu fragen: Was ist der Tatbestand ? Was bekomme ich zu sehen ? Was sind die Befunde, von denen ausgegangen wird oder die erreicht werden? Wie wird gedeutet, was wird hinzugedacht? Was muG ich als Erfahrung vollziehen, um dem Gedanken sinnvoll foigen zu konnen? - Gegeniiber erfahrungsarmen Gedanken ist zu fragen, ob sie als leer zu verwerfen sind. Es ist zu fordern, daB Gedanken neue Befunde ermoglichen oder gegebene Befunde pragnanter vor Augen stellen oder ergiebiger in Zusammenhange bringen: Man soli sich moglichst wenig Zeit rauben lassen durch Behelligung mit gegenstandslosen Gedankenqualereien und spielerischen Entwiirfen.

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